Wusstet ihr schon, dass in Berlin das weltweit erste Computerspielemuseum existiert? Für mich ist es ein Grund, warum ich gerne sage, dass Berlin auch den ersten Game Design Abgeordneten der Welt bekommen könnte, wenn Sie mich Ende September wählen.
Das Computerspielemuseum leistet wichtige Arbeit im Bereich der Medienkompetenzbildung und darin, das Medium besser verständlich zu machen. Viele Schulklassen in Berlin (und jene, die in Berlin zu Besuch sind) haben als eines der Top Ausflugsziele das Computerspielemuseum. Es kommt sehr gut an bei Jugendlichen wie Erwachsenen, die mit den ausgestellten Konsolen aufgewachsen sind.
Noch bessere wäre es, wenn das Computerspielemuseum nicht nur privat bleit, sondern endlich öffentlich finanziert wird. Daher starten wir bei Pixelgrüne e.V. – dem Verein, in dem ich Sprecher bin – heute die Initiative „Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum – öffentliche Finanzierung jetzt!“. Im Nachfolgenden findet sich die Pressemitteilung, für die ich ein Zitat abgeben durfte.
Tim Junge
Sprecher Pixelgrüne
Was ist ein House of Games, in dem Gamer*innen keinen Zutritt bekommen? Immer wieder erleben wir, dass Games politisch zwar gerne als Wirtschaftsfaktor gesehen werden, ihre kulturelle Bedeutung aber zu kurz kommt. Auch das House of Games wurde in der jetzigen Form leider vor allem als Wirtschaftsprojekt aufgesetzt. Community, Kultur und öffentliche Teilhabe dürfen dabei nicht hinten runterfallen.
Es stehen schon jetzt jede Woche lange Schlangen an Schüler*innen vor dem Computerspielemuseum. Der gesellschaftliche Bedarf, Games tiefer verstehen zu wollen, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Ungleichbehandlung von Games gegenüber anderen Medien ist aus der Zeit gefallen – das Computerspielemuseum sollte endlich öffentlich finanziert und in das Netzwerk öffentlicher Museen aufgenommen werden.
Der Verein Pixelgrüne veröffentlicht heute den offenen Brief „Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum – öffentliche Finanzierung jetzt!“. Darin fordert der Verein Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und den Berliner Senat auf, gemeinsam eine öffentliche Finanzierung für das Computerspielemuseum Berlin zu ermöglichen. Ziel ist, dass das Museum fester Bestandteil des geplanten House of Games wird und vom dort entstehenden Ökosystem aus Branche, Forschung, Kultur und Community profitieren kann.
Der offene Brief startet mit mehr als 40 Erstunterzeichner*innen aus der Games-, Kreativ- und Museumsbranche sowie aus der Politik. Zu den Erstunterzeichnerinnen gehören unter anderem Paintbucket Games und Dr. Andrea Lübcke, Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin für Gamespolitik der Bündnisgrünen Bundestagsfraktion. Ab sofort kann der Brief frei unterzeichnet und geteilt werden.
Hintergrund ist das in Berlin entstehende House of Games, ein staatlich geförderter Hub für die Games-Branche. Nach den bisherigen Planungen ist das Computerspielemuseum dort nicht vorgesehen. Aus Sicht von Pixelgrüne droht damit ein zentrales Kulturprojekt der Games-Geschichte außen vor zu bleiben.
Games seien nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern ein gesellschaftlich relevantes Kulturgut, so Pixelgrüne. Das House of Games dürfe deshalb nicht allein als Standortprojekt für Unternehmen gedacht werden, sondern müsse auch kulturelle Teilhabe, Medienkompetenz und öffentliche Zugänglichkeit ermöglichen. Das Computerspielemuseum sei dafür der naheliegende Partner.
Das 1997 gegründete Computerspielemuseum in Berlin gilt als weltweit erstes Museum seiner Art. Es leistet wichtige Arbeit bei der Bewahrung, Restaurierung und Erforschung digitaler Spielkultur. Dazu gehören unter anderem Mediengeschichte, DDR-Spielekultur, Ludologie und die gesellschaftlichen Auswirkungen internationaler Games. Zum 30. Geburtstag des Museums wäre ein Umzug in das House of Games aus Sicht von Pixelgrüne der nächste notwendige Schritt.
Eine öffentliche Finanzierung würde neue Möglichkeiten schaffen: niedrigere Eintrittspreise, größere Ausstellungsflächen, mehr Bildungs- und Workshop-Angebote, neue immersive und spielerische Technologien sowie eine stärkere Einbindung in das Netzwerk öffentlicher Museen und der Games-Branche.
Eine Übersicht und alle Unterzeichner*innen finden sich auf unserer Themenseite. Der offene Brief in voller Länge findet sich sowohl auf Deutsch als auch Englisch im neu angelegten Wiki-Space von Pixelgrüne.

